Auf die Werkzeuge und Kniffe in der Lederbearbeitung kommt es an

Gerade die Bearbeitung von Leder zählt zu den ältesten Handwerkstechniken der Menschen. Bereits vor vielen tausend Jahren machten sich die Menschen Tierhäute zu Nutze und verarbeiteten sie zu Kleidung, Taschen oder Werkzeugteilen. Auch heute wird Leder in vielen Handwerksbereichen genutzt. Ob Gürtel, Taschen, Sattlerarbeiten oder schöne Dinge für die Wohnung: vieles davon wird in harter Handarbeit hergestellt.

Auf die Werkzeuge und Kniffe in der Lederbearbeitung kommt es an
Auf die Werkzeuge und Kniffe in der Lederbearbeitung kommt es an

Damit Leder jedoch präzise bearbeitet werden kann, sind spezielle Werkzeuge und viel Wissen um Material und Bearbeitung nötig. Nur die richtige Kombination von Werkzeugen, Vorarbeit und handwerklicher Erfahrung bestimmt die Güte eines Produktes.


Was Leder als Werkstoff auszeichnet

Leder ist in vielerlei Hinsicht von den Materialien, die sonst im Handwerk Verwendung finden, verschieden. Es ist ein Naturprodukt mit seiner eigenen Struktur, mit eigenen Fasern und Dicken. Und das wirkt sich auf die Bearbeitung sehr stark aus.

Wichtiger als die Art der Behandlung ist jedoch die Frage, wie das Leder gegerbt ist. Traditionelles Lederhandwerk setzt zu einem großen Teil pflanzlich gegerbtes Leder ein. Diese Garbarten lassen sich gut schneiden, prägen und formen. Ein weicheres Material ist chromgegerbtes Leder, das vorwiegend in der industriellen Verarbeitung Verwendung findet.

Die Dicke des Materials bestimmt dann auch die Einsatzmöglichkeiten: Dünnes Leder ist für Bekleidung und Kleinlederwaren geeignet, während dickere Garne bei Gürteln, Taschen oder Sattlerarbeiten Verwendung finden. Hier ist die Wahl des entsprechenden Werkstoffs ein sehr wichtiger Schritt im Arbeitsprozess.

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Spezielle Werkzeuge für die Lederbearbeitung

Die Bearbeitung von Leder benötigt spezielle Werkzeuge, die auf die Eigenschaften des Materials abgestimmt sind. Die meisten Lederwerkzeuge stammen aus den alten Handwerkstechniken und haben sich bis heute in ähnlicher Form erhalten.

Zu den wichtigsten Werkzeugen gehören vor allem die Schneidwerkzeuge, wie Ledermesser und Rollmesser, die saubere und gleichmäßige Schnitte ermöglichen. Zum

Lochstanzen werden Lochzangen oder spezielle Lederstanzer verwendet, die gleichmäßige Löcher für Nähte oder Verschlüsse erzeugen. Werkzeuge zur Kantenbearbeitung sind ebenso wichtig. Kantenschneider, Polierhölzer oder Schleifwerkzeuge sorgen dafür, dass die Schnittkanten sauber verarbeitet werden. Beim Nähen kommen spezielle Ledernadeln und gewachste Fäden zum Einsatz.

Der, der sich intensiver mit der Lederbearbeitung beschäftigt, wird auf eine Vielzahl von speziell für die einzelnen Arbeitsschritte ausgebildeten Werkzeugen stoßen.


Wichtige Arbeitsschritte in der Lederverarbeitung

Die Ausbildung eines ledernen Erzeugnisses erfolgt in einer Anzahl aufeinander abgestimmter Arbeitsschritte. Den Anfang macht die sorgfältige Planung. Zuerst werden die Maße des späteren Erzeugnisses festgestellt und auf das gewählte Leder übertragen. Anhand dieser Vorarbeiten werden die Schnittmuster hergestellt, die beim Zuschneiden als Vorlagen dienen. Sie sorgen dafür, daß der Werkstoff möglich wirtschaftlich verwertet wird und möglichst wenig Materialverlust entsteht.

Besonders bei feinem Leder ist Maßnehmen und Planen von Bedeutung, da jedes Stück des Materials ganz verschiedene Eigenschaften haben kann. Narbenstruktur, Dicke und natürliche Mängel muß man bei der Anordnung der Schnittteile berücksichtigen. Viele Handwerker machen sich zu diesem Zwecke zuerst Schablonen aus Papier oder Karton, die bei der Anordnung der späteren Lederteile große Dienste leisten. Man spart dadurch Fehler aus und erleichtert die Verarbeitung ungemein.Der nächste Schritt ist das Zuscheiden des Leders. Die Schnitte müssen genau sein, denn ungenau geschnittene Kanten lassen sich zwar noch nacharbeiten, die Arbeit ist jedoch um so mühsamer.

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Danach folgen das Stanzen der Löcher, Formen der einzelnen Lederteile, das Zusammennähen der Einzelteile u. s. w. Die Bearbeitung der Kanten gehört ebenfalls zu den Arbeitsschritten, die an der Oberfläche sichtbar werden. Offene Lederkanten werden geglättet, gefärbt und poliert, um ein ordentliches Aussehen zu erreichen. Produktabhängig kommen dekorative Elemente wie Prägungen und Ziernähte hinzu.


Nähtechniken im Lederhandwerk

Sichere und haltbare Nähte sind wichtig, und so wird auch im Lederhandwerk in der Regel mehr von Hand genäht als bei Stoff, um stärkere Nähte zu erreichen. Besonders stabil ist die Sattlernaht, bei der das Leder von beiden Seiten mit zwei Nadeln durchstochen wird und dadurch eine sehr belastbare Naht ergibt. Verwendet wird sie z. B. bei Gürteln, Taschen oder Sattlerarbeiten.

Die Löcher müssen in der Regel vorgearbeitet werden, mit speziellen Pricking Irons oder Lochgabeln kann man die Lücke zwischen den Stichlöchern gleichmäßig halten.
Verarbeitung und Oberfläche
Neben der eigentlichen Verarbeitung kommt es natürlich auch auf die Oberfläche an. Auch sie kann durch Prägestempel je nach Wunsch deutlicher oder feiner verziert werden. Diese Technik wird gern bei Einzelstücken angewandt.

Färben und Imprägnieren kommt als Arbeitsschritt auch ins Spiel. Lederfarben bringen das Material nach Wunsch zur Wirkung und versiegelnde Mittel schützen es vor Wasser und Abnutzung.

Die Oberflächenbehandlung bewahrt lange Zeit die Haltbarkeit des Produkts. Sorgfältiges Pflegen erhält die Festigkeit und die Elastizität des Leders über lange Jahre.


Wichtigkeit von Erfahrung und Materialkenntnis

Die Lederverarbeitung erfordert Zeit und Geschicklichkeit. Jeder Arbeitsgang muss sorgsam gefertigt werden, weil Fehler oft nur schwer wieder gut gemacht werden können. Im Laufe der Jahre gewinnt der Handwerker ein Gefühl für die Eigenschaften des Materials.

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Auch die Art der verwendeten Werkzeuge hat auf das Ergebnis Einfluss. Gute Werkzeuge gestatten bessere Führung und damit genauere Verleimung, Schneid und Naht.

Lederverarbeitung ist ein uraltes Handwerk, in dem noch viel altes Wissen mit neueren Techniken verbunden ist. Die meisten Arbeitsgänge haben sich im Laufe der Jahrhunderte bewährt und werden auch heute noch so gehandhabt. Daneben entstehen neue Hilfsgeräte und Techniken, die dem Handwerker neue Möglichkeiten bieten.

Wer sich mit der Lederbearbeitung näher beschäftigt, findet in ihm ein sehr vielschichtiges Handwerk, das sich gut mit allem Kreativen, mit der technischen Fertigung und mit dem Materialverständnis verbinden lässt.

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