Montage von Duschrinnen im Estrich: Worauf bei Planung und Ausführung zu achten ist
Viele handwerklich begabte Hausbesitzer wollen auch bei der Badrenovierung selbst Hand anlegen. Dazu gehört auch die fachgerechte Montage von Duschrinnen. Es ist wichtig, bei der Planung und Ausführung jeden Schritt gründlich und genau auszuführen.
Vorbereitung vor der Montage
Die Montage einer Duschrinne im Estrich ist nicht so kompliziert, wie viele Laien denken. Um eine Duschrinne einzulassen, kann man in 8 Schritten vorgehen. Die Schutzfolie der Rinne sollte erst nach erfolgter Installation entfernt werden, um die Oberfläche während des Montagevorgangs zu schützen. Eine Wasserwaage als Hilfsmittel ist empfehlenswert, um die Duschrinne exakt waagerecht auszurichten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Montage von Duschrinnen
Eine Duschrinne kann unter Berücksichtigung der Montageanleitung auch eigenständig montiert werden. Gründlichkeit sowie Geduld sind hier besonders wichtig: Denn die einzelnen Materialschichten haben insgesamt mehrere Stunden Trocknungsdauer.
Schritt 1
Zunächst muss die Höhe des fertigen Duschbodens inklusive Bodenbelag –meist sind das Fliesen – bestimmt werden. Dazu kann ganz einfach der Bereich an der Wand markiert werden, in dem die Duschrinne montiert werden soll. Ein Gefälle des Duschbereiches zum Ablauf hin muss ebenfalls berücksichtigt werden, da das Wasser ansonsten nicht ordnungsgemäß abfließen kann. Empfehlenswert ist ein Gefälle von 2 Prozent.
Schritt 2
Der zur Montage der Duschrinne mitgelieferte Siphon sowie die höhenverstellbaren Standfüße, die ebenfalls im Lieferung enthalten sind, werden am Duschrinnenkörper befestigt. Anschließend muss der Siphon korrekt an das Abwassersystem angeschlossen werden. Mit Hilfe der Höhenverstellung an den Standfüßen kann die Einbauhöhe der Duschrinne eingestellt werden. Der obere Rand des Duschrinnenrahmens sollte sich rund 1mm unterhalb der Fußbodenoberfläche befinden.
Schritt 3
In diesem Schritt kommt der Estrich zum Einsatz. Der Bereich unter und rund um die Duschrinne wird bis zur Oberkante des Isolierflansches mit flüssigem Estrich befüllt. Dann muss dieser komplett austrocknen.
Schritt 4
Im Anschluss wird Grundierung (auch bekannt als Primer) auf den getrockneten Estrich aufgebracht. Auch dieser muss im nächsten Schritt trocknen. Nach Ablauf der Zeit wird eine Schicht einer speziellen Flüssigdichtfolie auf den Primer aufgetragen. Es handelt sich hier um eine flexible Abdichtungsmasse, die zur nahtlosen Versiegelung von feuchtigkeitsempfindlichen Untergründen genutzt wird.
Wichtig: Es wird im weiteren Verlauf der Montage noch Platz für eine weitere Schicht dieser Folie sowie eine Dichtmanschette benötigt.
Schritt 5
Die mitgelieferte Dichtmanschette wird montiert. Bei Bedarf werden auch weitere Dichtmaterialien wie Dichtband, Dichtecken oder Rohrmanschetten installiert. Während eine Manschette den Übergang des Rinnenkörpers zum Estrich abdichtet, verhindert ein Dichtband, dass Wasser hinter oder unter die Duschwanne in das Mauerwerk eindringt (Flächenabdichtung). Eine korrekte Flächenabdichtung ist ebenfalls wichtig. Nach Montage muss diese Schicht wiederum eine Stunde trocknen.
Schritt 6
Nach Ablauf der Stunde wird eine zweite Schicht der Flüssigdichtfolie über den kompletten Bereich aufgetragen. Dann heißt es wieder warten: 1 Stunde Trocknungszeit. Es ist besonders wichtig, dass die Flüssigdichtfolie ohne Lücken oder Zwischenräume über den gesamten Duschrinnen-Bereich aufgetragen ist. Nur dann ist eine einwandfreie Hydroisolierung sichergestellt.
Schritt 7
Nachdem die Flüssigfolie gemäß der jeweiligen Produkt- und Herstellerinformation vollständig getrocknet ist, kann im restlichen Duschbereich der Boden verlegt werden. Beliebt im Bad sind Fliesen, etwa aus Feinsteinzeug oder Granit.
Schritt 8
Abschließend muss nur noch der Spalt zwischen Fliesen und Rinnenkörper sowie Fliesen und Wand mit einem speziellen Sanitärsilikon abgedichtet werden. Die Montage der Duschrinne ist dann abgeschlossen.
Die richtige Duschrinne aussuchen
Wer neue Duschrinnen kaufen möchte, hat eine große Auswahl. Es gibt sie in unterschiedlichen Formaten und Längen. Auch beim Thema Material und Design gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Sie sind in klassischem Edelstahl erhältlich, aber auch in verschiedenen Lackierungen, wie Metallic oder Schwarz. Je nach Größe der Dusche sind Rinnen zwischen ca. 90 cm und 120 cm besonders beliebt.
Neben der Optik ist eine Duschrinne aber vor allem für einen sicheren Ablauf verantwortlich. Ein falsches Modell kann schnell zu Problemen wie einem Rückstau des ablaufenden Wassers, unangenehmen Gerüchen oder Verstopfungen des Rohres führen. Im schlimmsten Fall können Schäden an der Bausubstanz durch eindringendes Wasser entstehen – vor allem bei nicht korrekter Abdichtung.