Haustechnik im Neubau: Wie Sanitär, Heizung und Lüftung nach Handwerkersitte zusammenkommen

Das Mauerwerk und die Dämmung eines Neubaus machen noch lange keinen guten Bau. Ein wesentlicher Teil der Qualität eines Neubaus hängt von der Haustechnik ab. Zu dieser zählen neben Trinkwasser- und Abwasserinstallation auch Heizsystem, Lüftungstechnik und nicht zuletzt oft auch die erste Stufen der Gebäudeautomation. Wie gut die Planung und wie gut die handwerkliche Umsetzung in diesen Bereichen ist, entscheidet über einen angenehmen Komfort, den Energieverbrauch und den Wartungsaufwand über viele Jahre.

Haustechnik im Neubau: Wie Sanitär, Heizung und Lüftung nach Handwerkersitte zusammenkommen
Haustechnik im Neubau: Wie Sanitär, Heizung und Lüftung nach Handwerkersitte zusammenkommen

Haustechnik als System

Zur Haustechnik im Neubau gehören nach gängiger Definition Abwasser- und Wasseranlagen, Wärmeversorgungsanlagen, raumlufttechnische Anlagen, elektrische Anlagen und Komponenten der Gebäudeautomation. In der Kostenstruktur eines Einfamilienhauses macht die technische Gebäudeausrüstung (TGA) in aller Regel einen zweistelligen Prozentanteil an den Baukosten aus, wobei die Größenordnungen für Heizung und Sanitär zusammen häufig bei etwa 10 bis 15 % liegen.

Die Planung beginnt zu einem frühen Zeitpunkt beim Hausbau. Heiztechnik, Trinkwasserwege und Lüftungskonzept bedingen sich gegenseitig. Position des Technikraums, Leitungswege, Durchbrüche in der Decke und die Stellung zentraler Lüftungsgeräte müssen mit dem Grundriss zusammen gedacht werden. Werden diese Entscheidungen nicht abgestimmt getroffen, drohen Mehrarbeiten auf der Baustelle, überlange Leitungen oder Einbußen bei der Effizienz und dem Schallschutz.

Deshalb setzen Fachbetriebe wie Don Aqua bei Neubauprojekten zumeist auf eine integrale TGA-Planung, bei der Heizlast, Rohrnetz, Speichergrößen, Trinkwasserinstallation und Lüftungstechnik aufeinander abgestimmt werden, damit später Vorlauftemperaturen, Druckverluste, Luftwechselraten und Schalldruckpegel in der vorgesehenen Größe liegen.

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Heizung im Neubau: Energieeffizienz und Hydraulik

Nach den derzeit gültigen gesetzlichen Vorgaben müssen neue Heizungsanlagen im Neubau überwiegend mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Zulässig sind Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Wärmenetze oder Hybridlösungen mit einem Anteil an erneuerbarer Energie. Die Auswahl der Technik ist entscheidend für die Auslegung der Heizflächen, der Speicher und der Verteilungssysteme. Niedertemperatursysteme wie Wärmepumpen arbeiten besonders effizient in Verbindung mit Flächenheizungen, etwa Fußboden- oder Wandheizung, und mithin auch mit entsprechend dimensionierten Heizkreisen.

Entscheidend für die Effektivität ist die hydraulische Planung und Ausführung. Dazu gehört die Heizlastberechnung, die Dimensionierung der Rohrleitungen, die Auswahl geeigneter Pumpen und schließlich der fachgerechte hydraulische Abgleich, damit alle Räume die benötigte Wärme erhalten, ohne dass einzelne Heizkreise dauernd überversorgt werden. Ein fehlender oder mangelhafter Ausgleich führt zu zusätzlichem Pumpenstrom, langen Aufheizzeiten und Verlust an Komfort.

Wärmespeicher und Übergabepunkte sind dann in dieses Konzept einzubeziehen. Warmwasserspeicher, Pufferspeicher und evtl. auch Frischwasserstationen müssen so bemessen werden, dass sie die Zapfprofile abdecken und die Stillstandszeiten gering bleiben. Auch ihre Lage im Gebäude hat Einfluss auf Leitungslängen, Wärmeverluste und Wartungsfreundlichkeit.

Sanitär und Trinkwasserinstallation: Hygiene und Komfort

Trinkwasserinstallationen müssen die Güte des vom Versorger gelieferten Wassers bis zu seiner Entnahmestelle wahren. Die Eigenverantwortung des Eigentümers erstreckt sich gemäß den allgemein anerkannten Regeln des DVGW auch auf die Genusstauglichkeit und Reinheit des an den Verbraucher abgegebenen Trinkwassers. Zu den gesetzlichen Anforderungen gehören hygienische Leitungsführung, Vermeidung stagnierender Leitungsteile, richtige Dimensionierung und Verwendung geeigneter Materialien.

Im Einzelnen wird dies z. B. in der Praxis so verwirklicht, dass Stichleitungen möglichst kurz gehalten, Ringleitungen oder T-Stücksysteme möglichst gut geplant, wenig benutzte Entnahmestellen möglichst vermieden oder wenigstens regelmäßig gespült werden. Um Temperaturverluste zu vermeiden und der Legionellenbildung entgegenzuwirken, müssen Warmwasserleitungen und Zirkulationsleitungen gedämmt werden.

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Lüftungskonzept und Raumlufttechnik

In den gut gedämmten Neubauten wird die Fensterlüftung meist nicht mehr ausreichen, um Feuchte und Schadstoffe abzuführen. Die DIN 1946‑6 fordert deshalb ein Lüftungskonzept, das von einer Fachkraft erstellt wird. Dieses Konzept legt fest, ob die lüftungstechnischen Maßnahmen mit lufttechnischen Anlagen z. B. Abluftanlagen oder mit kontrollierter Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung erfolgen müssen.

Die kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt für einen gleichmäßigen Luftwechsel und beugt damit Feuchte- und Schimmelschäden vor. Geräte mit Wärmerückgewinnung können bis zu ca. 80 — 90 % der in der Abluft enthaltenen Wärme zurückgewinnen und damit Heizenergie sparen. Für die Auslegung müssen die Volumenströme je Raum berechnet, die Luftführung geplant, die Schalldämpfung und Zugänglichkeit der Filter berücksichtigt werden.

Die Koordinierung mit anderen Gewerken ist dabei das zentrale Thema. Lüftungsleitungen benötigen Platz in Decken, Schächten oder abgehängten Decken. Wenn diese Räume nicht rechtzeitig frühzeitig mitgedacht werden, müssen später Kompromisse hinsichtlich der Akustik oder Raumgestaltung eingegangen werden. Schnittstellen besteht z. B. zur Elektro- und Steuerungstechnik, wenn die Lüftungsgeräte in ein Smart‑Home‑System eingebunden werden sollen.

Planungstiefe und Normen

Die TGA-Planung erfolgt gestuft in Grundlageermittlung, Vorplanung, Entwurfsplanung und Ausführungsplanung. Bereits im frühen Planungsprozess wird mit Kostenkennwerten gearbeitet, die aus TGA-Baukostendatenbanken abgeleitet werden, damit für Heizungs-, Sanitär und Lüftungsetat realistische Budgets angesetzt werden können. Wer Neubauprojekte plant oder begleitet, sollte den Blick auf Haustechnik als Gesamtsystem richten. Wenn Sanitär, Heizung und Lüftung aus der Gesamtheit der zu planenden Gewerke miteinander gedacht werden, können die Leitungswege verkürzt werden, Energieverluste begrenzt und spätere Wartungsarbeiten wesentlich vereinfacht werden. So entsteht ein Gebäude, das auch in technischer Hinsicht solide aufgestellt ist.

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