Heizungsrohre verkleiden: So geht’s

In vielen Gebäuden finden sich freiliegende Heizungsrohre, wie etwa Vor- und Rücklauf, die an der Wand entlang oder als Steigleitungen sichtbar sind. Zwar sind sie funktional, empfindet man doch gerade in Wohn- und Aufenthaltsräumen die Zuleitungen meist als optisch störend. Eine Verkleidung schafft hier Abhilfe und sorgt für einen ruhigeren Raumeindruck, sollte jedoch die Funktion der Heizungsanlage nicht beeinträchtigen und alle baurechtlichen Vorschriften berücksichtigen.

Heizungsrohre verkleiden: So geht’s
Heizungsrohre verkleiden: So geht’s

Systemlösungen oder Eigenbau

Für den Sockelbereich stehen verschiedene Systeme zur Verfügung, die entweder als Sockelleiste mit integrierter Rohrkammer oder als vorgefertigte MDF-Elemente die Rohre abdecken. Egal welche Lösung man wählt, alle Systeme kombinieren eine klassische Fußleistenoptik mit einer Hohlkammer, in der ein oder zwei Heizungsrohre geführt werden können.

Eine vorgefertigte Verkleidung für Heizungsrohre erlaubt es, die Leitungen im unteren Wandbereich zu überdecken und gleichzeitig Revisionsmöglichkeiten zu erhalten, da die Blenden meist gesteckt oder verschraubt sind. Alternativ lassen sich Verkleidungen aus Laminat, Holzwerkstoffplatten oder Trockenbauprofilen erstellen. Beim Selbstbau ist sorgfältiges Maßnehmen angesagt, etwa von Rohrdurchmessern, Wandabständen und Höhenmaße, damit genug Freiraum bleibt und die Verkleidung nicht direkt auf den Rohren aufliegt.

Schall- und Wärmeverhältnisse

Heizungsrohre sind Körperschallvermittler; sie übertragen etwa Strömungsgeräusche oder Knackgeräusche durch Temperaturwechsel. Schallschutzberichte fordern, dass die Rohre akustisch vom Baukörper entkoppelt werden, etwa durch Gummieinlagen in den Rohrschellen und durch Gedämmtheit der Durchführungen.

Eine Verkleidung darf diese Entkopplung nicht wieder aufheben, etwa durch starren Anschluss von Rohr und verkleidertem Kasten.

Aber auch die Wärmeabgabe ist nicht ganz gleichgültig. Verkleidete Rohre geben einen Teil ihrer Wärme an ihre Verkleidung ab, damit ändert sich der Wärmeübergang in den Raum. Dünnwandige und bis zur Höhe von

weniger als einem Meter mehr oder weniger offene Konstruktionen im Sockelbereich wirken hier meist nicht so stark ein wie geschlossene und gedämmte Kästen, die die Leitungen ringsum umschließen.

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Brandschutz und Zugänglichkeit

An die Leitungsanlagen sind brandschutztechnische Anforderungen zu stellen, insbesondere bei Durchdringungen von Wänden und Decken, die einen Feuerwiderstand haben. Die einschlägigen technischen Regelwerke und Richtlinien verlangen für Rohrdurchführungen die Verwendung geeigneter Dämmungen und Abschottungen, meistens auf Basis nichtbrennbarer Baustoffe. Eine spätere Verkleidung darf diese Abschottungen nicht beschädigen oder unzugänglich machen.

Zugänglichkeit ist auch hinsichtlich der Wartung und Leckageüberprüfung von Bedeutung. Bei der Planung der Verkleidungen ist darauf zu achten, dass Verbindungsstellen, Ventile oder Messstellen im Bedarfsfalle ohne größeren Rückbau zugänglich bleiben. Steckbare Blenden, verschraubte Teile und Revisionsöffnungen sind bei den häufig benutzten Strängen besser als alles dauernd verklebte oder verspachtelte.

Praktische Planungsschritte

Vor Beginn der Arbeiten sollte eine Bestandsaufnahme der Leitungsführung, Befestigungen und Durchdringungen mit Rohrdurchmesser, Abstand zur Wand, verhaltener Dämmung, möglicherweise vorhandenen Hindernissen wie Heizkörperkonsolen erfolgen. Auf dieser Grundlage muss entschieden werden, ob ein schmales Sockelleistensystem als Verkleidung ausreicht oder ob ein größerer Kasten notwendig ist.

Im nächsten Schritt stehen die Materialwahl und das Befestigungskonzept an. MDF oder Holzwerkstoffprofile werden meist geschraubt oder auf Montageprofile gesteckt. Trockenbaukästen basieren auf Metallprofilen oder Holzlatten. Klebeverbindungen sind nur da möglich, wo die Untergründe tragfähig sind und spätere Demontagen nicht mehr zu befürchten sind.

So lassen sich die Heizungsrohre verkleiden, dass Raumwirkung und Reinigbarkeit sowie technische Anforderungen berücksichtigt werden. Wer schall- und brandschutzrelevante Bereiche beachtet und Zugänglichkeit für Wartung einplant, erzielt eine haltbare und funktionale Lösung, die sich in das Gesamtkonzept der Haustechnik einfügt.

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