Fettpresse füllen: Die Profi-Anleitung für Kartusche und loses Fett
Eine leere Fettpresse stoppt die Arbeit oft genau dann, wenn Gelenke, Lager oder Schmiernippel schnell gewartet werden müssen. Das Nachfüllen ist jedoch einfacher, als viele denken. Entscheidend ist, dass keine Luft in das System gelangt. Denn Luft verhindert den nötigen Druckaufbau und sorgt dafür, dass trotz voller Kartusche kein Fett gefördert wird. In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie eine Fettpresse sauber mit Kartusche oder losem Fett befüllen. Außerdem zeigen wir, wie Sie die Fettpresse richtig entlüften und typische Fehler vermeiden.
Das Wichtigste in Kürze
Eine Fettpresse lässt sich entweder mit einer Fettkartusche oder mit losem Fett aus einem Eimer befüllen.
Die Kartusche ist die sauberste und schnellste Methode für Werkstatt, Garage und mobile Wartung.
Loses Fett ist günstiger bei großen Verbrauchsmengen, verursacht aber schneller Lufteinschlüsse.
Nach jedem Befüllen sollte die Fettpresse entlüftet werden, damit sie zuverlässig fördert.
Wenn kein Fett austritt, liegt die Ursache meist an Luft im Pressenkopf oder an einer falsch eingesetzten Kartusche.
Wie füllt man eine Fettpresse richtig?
Eine Fettpresse wird richtig gefüllt, indem zuerst der Pressenkopf abgeschraubt und die Kolbenstange vollständig herausgezogen wird. Danach wird entweder eine passende Fettkartusche eingesetzt oder loses Fett blasenfrei in den Zylinder gefüllt. Anschließend wird der Kopf wieder aufgeschraubt, die Kolbenstange gelöst und die Presse entlüftet. Erst wenn beim Pumpen gleichmäßig Fett austritt, ist die Fettpresse einsatzbereit.
Warum das richtige Befüllen über Funktion oder Frust entscheidet
Beim Befüllen einer Fettpresse geht es nicht nur darum, neues Schmierfett in den Zylinder zu bekommen. Der wichtigste Punkt ist, Luft aus dem System fernzuhalten. Fett lässt sich kaum zusammendrücken, Luft dagegen schon. Befindet sich eine Luftblase zwischen Fett und Pumpmechanismus, kann die Fettpresse keinen Druck aufbauen. Dann bewegt sich zwar der Hebel, aber am Schlauch oder Mundstück kommt kein Fett an.
Dieses Problem tritt besonders häufig nach dem Kartuschenwechsel auf. Auch beim Befüllen mit losem Fett entstehen schnell Hohlräume, wenn das Fett nicht gleichmäßig und fest genug eingebracht wird. Eine sauber befüllte und entlüftete Fettpresse arbeitet dagegen sofort mit konstantem Druck. Das spart Zeit, verhindert unnötige Schmiererei und reduziert das Risiko, Schmierstellen nur unvollständig zu versorgen.
Vor dem Befüllen sollten Sie außerdem prüfen, welches Schmierfett für die jeweilige Anwendung vorgesehen ist. Schmierpläne von Maschinen, Fahrzeugen oder Geräten geben oft genaue Hinweise zur Fettart, Konsistenzklasse und Temperaturbeständigkeit. Häufig kommen Mehrzweckfette der NLGI-Klasse 2 zum Einsatz. Bei hohen Belastungen, Feuchtigkeit oder besonderen Temperaturen können jedoch spezielle Hochleistungsfette nötig sein.
Methode: Fettpresse mit Kartusche füllen
Das Befüllen mit einer Fettkartusche ist die gängigste Methode. Sie ist sauber, schnell und besonders praktisch, wenn die Fettpresse regelmäßig unterwegs oder in der Werkstatt verwendet wird. Viele Handhebel-Fettpressen sind für Standardkartuschen mit 400 Gramm ausgelegt. Je nach Modell können auch andere Kartuschengrößen verwendet werden. Deshalb sollte vor dem Kauf immer die Angabe des Herstellers geprüft werden.
Benötigtes Material
Für den Kartuschenwechsel benötigen Sie eine passende Fettpresse, eine neue Fettkartusche, einen sauberen Lappen und idealerweise Einweghandschuhe. Der Lappen ist wichtig, weil an Gewinde, Pressenkopf und alter Kartusche meist Fettreste haften. Arbeiten Sie möglichst auf einer sauberen Fläche. Schmutz, Sand oder Metallspäne dürfen nicht in den Zylinder gelangen, da sie später in Lager, Gelenke oder Schmiernippel gepresst werden könnten.
Achten Sie außerdem darauf, dass die neue Kartusche zum vorhandenen Fett passt. Verschiedene Schmierfette sollten nicht wahllos gemischt werden. Unterschiedliche Verdicker oder Additive können sich gegenseitig beeinträchtigen. Das kann dazu führen, dass das Fett seine Konsistenz verändert, verhärtet oder seine Schmierwirkung verliert.
Schritt: Fettpressenkopf abschrauben
Halten Sie den Zylinder der Fettpresse fest und schrauben Sie den Pressenkopf gegen den Uhrzeigersinn ab. Der Pressenkopf ist der obere Teil mit Hebelmechanik, Schlauch oder Rohranschluss. Legen Sie ihn anschließend auf eine saubere Unterlage. Achten Sie darauf, dass kein Staub oder Schmutz an die offene Seite gelangt.
Falls der Kopf sehr fest sitzt, können alte Fettreste am Gewinde die Ursache sein. Wischen Sie das Gewinde nach dem Öffnen gründlich ab. Ein sauberes Gewinde erleichtert später das dichte Aufschrauben und verhindert, dass Fett am Übergang austritt.
Schritt: Kolbenstange ziehen und arretieren
Ziehen Sie die Kolbenstange am Ende des Zylinders vollständig heraus. Dabei spüren Sie den Widerstand der Feder. Die Stange muss so weit herausgezogen werden, bis sie sich arretieren lässt. Je nach Modell wird sie in eine Kerbe eingehakt, gedreht oder seitlich fixiert.
Dieser Schritt ist besonders wichtig. Wird die Kolbenstange nicht richtig arretiert, drückt der Kolben beim Einsetzen der Kartusche gegen das Fett. Das kann die Kartusche beschädigen oder das Einsetzen erschweren. Außerdem steigt das Risiko, dass später Luft im System bleibt.
Schritt: Alte Kartusche entnehmen
Ist noch eine alte Kartusche im Zylinder, ziehen Sie diese heraus. Meist ist sie bereits weitgehend leer und lässt sich leicht entfernen. Wischen Sie den Rand des Zylinders mit einem Lappen sauber. Entfernen Sie auch grobe Fettreste am Kolbenbereich, sofern diese erreichbar sind.
Entsorgen Sie die leere Kartusche entsprechend den örtlichen Vorgaben. Da sich darin meist noch Schmierfettreste befinden, sollte sie nicht achtlos in der Werkstatt liegen bleiben. Achten Sie darauf, dass kein altes Fett auf den Boden gelangt. Schmierfett kann rutschige Stellen verursachen.
Schritt: Neue Kartusche vorbereiten und einsetzen
Nehmen Sie die neue Fettkartusche aus der Verpackung. Entfernen Sie zuerst den großen Deckel an der offenen Seite. Diese offene Seite wird in der Regel zuerst in den Zylinder geschoben. Danach wird die Kartusche vollständig in den Zylinder eingesetzt. Erst anschließend entfernen Sie die zweite Verschlusskappe oder ziehen die Metalllasche an der anderen Seite ab.
Die genaue Reihenfolge kann je nach Kartuschentyp leicht variieren. Wichtig ist, dass die offene Fettseite zum Pressenkopf zeigt. Wird die Kartusche falsch herum eingesetzt, kann die Fettpresse nicht korrekt fördern. Das ist einer der häufigsten Fehler beim Nachfüllen.
Schritt: Pressenkopf aufschrauben und Kolbenstange lösen
Schrauben Sie den Pressenkopf wieder auf den Zylinder. Ziehen Sie ihn fest, aber nicht mit Gewalt an. Das Gewinde muss sauber greifen und der Kopf muss gerade sitzen. Wenn er verkantet, kann Fett am Gewinde austreten oder die Dichtung beschädigt werden.
Lösen Sie anschließend die Arretierung der Kolbenstange. Der Kolben drückt nun von hinten gegen die Kartusche und schiebt das Fett in Richtung Pressenkopf. Bei manchen Modellen muss die Kolbenstange zusätzlich leicht hineingedrückt oder gedreht werden. Danach ist die Fettpresse grundsätzlich befüllt, aber noch nicht vollständig einsatzbereit.
Schritt: Fettpresse entlüften
Nach dem Befüllen muss die Fettpresse entlüftet werden. Betätigen Sie dazu das Entlüftungsventil am Pressenkopf, falls Ihre Fettpresse eines besitzt. Drücken Sie gleichzeitig leicht auf die Kolbenstange oder pumpen Sie vorsichtig mit dem Hebel. Sobald Fett ohne Luftblasen austritt, können Sie das Ventil loslassen.
Hat Ihre Fettpresse kein Entlüftungsventil, lösen Sie den Pressenkopf leicht um eine halbe Umdrehung. Pumpen Sie dann langsam, bis Fett am Gewinde oder am Ausgang austritt. Danach schrauben Sie den Kopf wieder fest. Wiederholen Sie den Vorgang, bis die Presse gleichmäßig Fett fördert.
Methode: Fettpresse mit losem Fett befüllen
Das Befüllen mit losem Fett ist die günstigere Alternative, wenn große Mengen Schmierfett verarbeitet werden. Diese Methode wird häufig in Landwirtschaft, Baugewerbe, Instandhaltung oder Werkstätten mit hohem Schmiermittelverbrauch genutzt. Sie ist jedoch weniger sauber als die Kartuschenmethode und erfordert mehr Sorgfalt. Der größte Nachteil ist das höhere Risiko für Lufteinschlüsse.
Wann lohnt sich loses Fett?
Loses Fett lohnt sich vor allem dann, wenn regelmäßig viele Schmierstellen versorgt werden müssen. Der Einkauf im Eimer oder größeren Gebinde ist pro Menge oft günstiger als einzelne Kartuschen. Außerdem fällt weniger Verpackungsmüll an. Für gelegentliche Arbeiten in der Garage ist eine Kartusche jedoch meist praktischer.
Ein weiterer Vorteil ist die flexible Auswahl des Schmierfetts. Wer spezielle Maschinen oder Fahrzeuge wartet, kann gezielt das vom Hersteller vorgeschriebene Fett verwenden. Gleichzeitig steigt aber die Verantwortung. Das Fett muss sauber gelagert, vor Staub geschützt und mit sauberem Werkzeug entnommen werden.
| Kriterium | Fettkartusche | Loses Fett |
|---|---|---|
| Sauberkeit | Sehr sauber | Erfordert sorgfältiges Arbeiten |
| Zeitaufwand | Gering | Etwas höher |
| Risiko für Luft | Niedrig | Höher |
| Kosten bei hohem Verbrauch | Höher | Günstiger |
| Geeignet für unterwegs | Sehr gut | Eher unpraktisch |
| Verpackungsmüll | Mehr | Weniger |
| Typischer Einsatz | Heimwerker, Werkstatt, mobile Wartung | Landwirtschaft, Fuhrpark, Instandhaltung |
Anleitung: Fettpresse aus einem Fetteimer befüllen
Schrauben Sie zuerst den Pressenkopf ab und ziehen Sie die Kolbenstange vollständig heraus. Arretieren Sie die Stange wie beim Kartuschenwechsel. Nun können Sie den Zylinder mit losem Fett befüllen. Das funktioniert entweder mit einem sauberen Spachtel, mit einem Befüllgerät oder durch Ansaugen aus dem Fettgebinde, wenn Ihre Fettpresse dafür geeignet ist.
Beim Befüllen mit Spachtel sollten Sie das Fett schichtweise einbringen und jede Schicht leicht andrücken. Dadurch entstehen weniger Hohlräume. Vermeiden Sie es, große Fettklumpen locker in den Zylinder zu legen. Genau dadurch bilden sich Lufttaschen, die später den Druckaufbau verhindern.
Ist der Zylinder gefüllt, streichen Sie den oberen Rand sauber ab. Schrauben Sie den Pressenkopf wieder auf und lösen Sie die Kolbenstange. Danach muss die Fettpresse gründlich entlüftet werden. Bei losem Fett kann dieser Schritt etwas länger dauern als bei einer Kartusche. Pumpen Sie so lange, bis ein gleichmäßiger Fettstrom ohne Luftblasen austritt.
Die häufigsten Fehler beim Befüllen
Ein häufiger Fehler ist eine falsch herum eingesetzte Kartusche. Die offene Fettseite muss zum Pressenkopf zeigen. Wird die Kartusche verkehrt herum eingesetzt, kann kein Fett in den Pumpmechanismus gelangen. Die Presse wirkt dann voll, fördert aber nicht.
Ein weiterer Fehler ist das zu frühe Lösen der Kolbenstange. Die Stange sollte erst gelöst werden, wenn der Pressenkopf wieder korrekt aufgeschraubt ist. Wird sie vorher gelöst, kann Fett unkontrolliert verschoben werden. Außerdem entstehen leichter Lufteinschlüsse.
Der dritte typische Fehler ist das Auslassen der Entlüftung. Viele Fettpressen fördern nach dem Befüllen nicht sofort. Das ist normal. Erst nach dem Entlüften baut sich der nötige Druck auf. Wer direkt am Schmiernippel arbeitet, ohne vorher zu testen, verliert Zeit und verschmutzt im Zweifel das Bauteil.
Troubleshooting: Häufige Probleme und schnelle Lösungen
Wenn eine Fettpresse nach dem Befüllen nicht richtig funktioniert, ist meist kein Defekt die Ursache. In den meisten Fällen sitzt Luft im System, die Kartusche wurde falsch eingesetzt oder der Pressenkopf ist nicht korrekt verschraubt. Mit wenigen Handgriffen lässt sich das Problem oft beheben.
Problem: Es kommt kein Fett aus der Presse
Wenn kein Fett austritt, obwohl eine neue Kartusche eingesetzt wurde, liegt fast immer Luft im Pressenkopf. Öffnen Sie zuerst das Entlüftungsventil. Drücken Sie die Kolbenstange leicht nach vorn und pumpen Sie langsam mit dem Hebel. Sobald Fett austritt, schließen Sie das Ventil wieder.
Falls kein Entlüftungsventil vorhanden ist, lösen Sie den Pressenkopf leicht. Pumpen Sie vorsichtig, bis Fett am Übergang austritt. Schrauben Sie den Kopf danach wieder fest. Prüfen Sie außerdem, ob die Kartusche richtig herum eingesetzt wurde und ob beide Verschlüsse entfernt sind.
Problem: Fett tritt am Gewinde aus
Wenn Fett am Gewinde austritt, sitzt der Pressenkopf möglicherweise nicht fest genug. Schrauben Sie ihn ab, reinigen Sie das Gewinde und setzen Sie ihn erneut gerade an. Ziehen Sie ihn anschließend handfest an. Vermeiden Sie Gewalt, da das Gewinde sonst beschädigt werden kann.
Auch eine defekte oder verschmutzte Dichtung kann die Ursache sein. Prüfen Sie, ob der Dichtbereich sauber ist. Alte Fettreste, Sand oder Metallspäne können verhindern, dass der Kopf dicht abschließt. Ist die Dichtung beschädigt, sollte sie ersetzt werden.
Problem: Der Hebel lässt sich nicht betätigen
Wenn sich der Hebel kaum bewegen lässt, kann die Kolbenstange noch arretiert sein. Prüfen Sie zuerst, ob die Stange korrekt gelöst wurde. Ist sie noch eingehakt, kann kein normaler Druckaufbau stattfinden. Lösen Sie die Arretierung und versuchen Sie erneut zu pumpen.
Eine weitere Ursache kann verharztes oder ungeeignetes Fett sein. Besonders alte Fettpressen, die lange nicht genutzt wurden, können durch eingetrocknete Fettreste schwergängig werden. Reinigen Sie in diesem Fall den Pressenkopf und prüfen Sie Schlauch, Mundstück und Kupplung auf Verstopfungen.
Problem: Die Fettpresse baut Druck auf, aber am Schmiernippel kommt nichts an
In diesem Fall kann der Schmiernippel verstopft sein. Entfernen Sie das Mundstück vom Nippel und prüfen Sie, ob Fett aus der Presse austritt. Funktioniert die Presse ohne angeschlossenen Nippel, liegt das Problem am Bauteil. Reinigen oder ersetzen Sie den Schmiernippel.
Auch eine schlecht sitzende Kupplung kann die Ursache sein. Das Mundstück muss gerade und fest auf dem Schmiernippel sitzen. Bei verkantetem Sitz entweicht Fett seitlich, ohne in die Schmierstelle zu gelangen. Prüfen Sie außerdem den Schlauch auf Knicke oder Beschädigungen.
Welches Schmierfett ist das richtige?
Das richtige Schmierfett hängt von der Anwendung ab. Für viele Standardaufgaben an Fahrzeugen, Anhängern, Maschinen oder Gartengeräten wird Mehrzweckfett verwendet. Häufig ist eine Konsistenzklasse nach NLGI 2 üblich. Dieses Fett ist fest genug, um an der Schmierstelle zu bleiben, lässt sich aber noch gut mit der Fettpresse fördern.
Bei stark belasteten Lagern, feuchter Umgebung oder hohen Temperaturen können spezielle Fette nötig sein. Dazu gehören Hochdruckfette, wasserbeständige Fette oder temperaturstabile Spezialfette. Entscheidend ist immer die Vorgabe des Herstellers. Ein Schmierplan gibt an, welches Fett für welche Schmierstelle vorgesehen ist.
Mischen Sie unterschiedliche Fette möglichst nicht. Besonders bei verschiedenen Verdickern kann es zu Unverträglichkeiten kommen. Das Fett kann weicher werden, verhärten oder seine Schmierfähigkeit verlieren. Wenn auf ein anderes Fett gewechselt werden soll, sollte die Fettpresse vorher gründlich gereinigt werden.
Sicherheits-Check vor dem Befüllen
Tragen Sie beim Befüllen am besten Schutzhandschuhe. Schmierfett haftet stark an Haut und Kleidung. Arbeiten Sie auf einer sauberen, rutschfesten Unterlage. Entfernen Sie alte Fettreste sofort, damit niemand ausrutscht.
Prüfen Sie vor dem Befüllen, ob Kartusche, Fettpresse und Schmierfett zusammenpassen. Kontrollieren Sie außerdem, ob Schlauch, Mundstück und Gewinde unbeschädigt sind. Eine beschädigte Fettpresse kann undicht sein oder keinen ausreichenden Druck aufbauen.
Achten Sie besonders auf Sauberkeit. Schmutz im Schmierfett wird später direkt in Lager, Bolzen oder Gelenke gedrückt. Das kann den Verschleiß erhöhen. Deshalb sollten offene Fettgebinde immer verschlossen gelagert und nur mit sauberem Werkzeug entnommen werden.
Praxis-Tipp aus der Werkstatt
Lösen Sie die Kolbenstange erst, wenn der Pressenkopf wieder sauber aufgeschraubt ist. Wird die Stange vorher entriegelt, drückt der Kolben zu früh gegen die Kartusche oder das lose Fett. Dadurch kann sich Luft im oberen Bereich sammeln. Genau diese Luft sorgt später dafür, dass die Presse nicht fördert.
Ein zweiter hilfreicher Tipp: Pumpen Sie nach jedem Befüllen zuerst über einem Lappen, nicht direkt am Schmiernippel. Sobald ein gleichmäßiger Fettstrang austritt, ist die Presse einsatzbereit. So vermeiden Sie Frust an der Maschine und sehen sofort, ob noch Luft im System ist.
FAQ: Häufige Fragen zum Befüllen von Fettpressen
Wie oft muss ich eine Fettpresse entlüften?
Eine Fettpresse sollte nach jedem Befüllen entlüftet werden. Das gilt sowohl nach dem Einsetzen einer neuen Kartusche als auch nach dem Befüllen mit losem Fett. Zusätzlich kann eine Entlüftung nötig sein, wenn die Presse bei fast leerer Kartusche Luft gezogen hat.
Kann ich verschiedene Fette in einer Presse mischen?
Verschiedene Fette sollten nicht gemischt werden. Unterschiedliche Verdicker und Additive können sich gegenseitig stören. Im schlimmsten Fall verändert sich die Konsistenz des Fetts und die Schmierwirkung lässt nach.
Woran erkenne ich, dass die Fettkartusche leer ist?
Eine leere Kartusche erkennen Sie daran, dass der Widerstand am Hebel deutlich nachlässt. Außerdem ist die Kolbenstange meist weit in den Zylinder eingefahren. Wenn trotz Pumpbewegung kein Fett mehr austritt, sollte die Kartusche gewechselt werden.
Meine Fettpresse fördert trotz neuer Kartusche nicht. Was tun?
Die häufigste Ursache ist Luft im System. Betätigen Sie zuerst das Entlüftungsventil und pumpen Sie langsam, bis Fett austritt. Falls das nicht hilft, lösen Sie den Pressenkopf leicht, pumpen kurz an und schrauben den Kopf wieder fest.
Welchen Vorteil hat eine Einhand-Fettpresse beim Füllen?
Beim Füllen selbst hat eine Einhand-Fettpresse kaum Vorteile gegenüber einer normalen Handhebel-Fettpresse. Der Vorteil zeigt sich vor allem bei der Anwendung. Eine Hand bedient die Presse, während die andere Hand Schlauch oder Mundstück sicher am Schmiernippel halten kann.
Fazit: Sauber füllen, richtig entlüften, sofort weiterarbeiten
Eine Fettpresse lässt sich schnell und sauber befüllen, wenn die Reihenfolge stimmt. Die Kartusche ist die einfachste Methode für die meisten Anwender. Loses Fett lohnt sich bei hohem Verbrauch, erfordert aber mehr Sorgfalt. Entscheidend ist in beiden Fällen die Entlüftung. Erst wenn gleichmäßig Fett austritt, ist die Presse wirklich einsatzbereit.
