Wasserhahn richtig auf- und zudrehen: Anleitung für alle Armaturen
Sie stehen vor einem unbekannten Wasserhahn und wissen nicht, wie er sich öffnen lässt? Bei den meisten Armaturen ist die Bedienung einfacher, als sie zunächst aussieht. Einhebelmischer werden durch Anheben des Hebels geöffnet. Klassische Drehgriffe dreht man normalerweise gegen den Uhrzeigersinn auf.
Wichtig ist, den Wasserhahn nicht mit Gewalt zu bewegen oder besonders fest zuzudrehen. Sobald kein Wasser mehr fließt, ist die Armatur geschlossen. In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie Einhebelmischer, Zweigriffarmaturen, Sensorarmaturen und Thermostatarmaturen richtig bedienen. Außerdem zeigen wir, was bei einem tropfenden oder schwergängigen Wasserhahn zu tun ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Einhebelmischer öffnen Sie, indem Sie den Hebel nach oben bewegen.
- Zum Schließen drücken Sie den Hebel wieder vollständig nach unten.
- Drehgriffe werden meistens gegen den Uhrzeigersinn geöffnet und im Uhrzeigersinn geschlossen.
- Links befindet sich üblicherweise das Warmwasser, rechts das Kaltwasser.
- Drehen Sie einen Wasserhahn nur so weit zu, bis kein Wasser mehr fließt.
Einfache Merkregel:
Gegen die Uhr auf, mit der Uhr zu.
In welche Richtung dreht man einen Wasserhahn auf und zu?
Einen klassischen Wasserhahn mit Drehgriff öffnen Sie normalerweise, indem Sie den Griff nach links beziehungsweise gegen den Uhrzeigersinn drehen. Zum Schließen bewegen Sie ihn nach rechts beziehungsweise im Uhrzeigersinn.
Diese Regel gilt für die meisten Ventile und Zweigriffarmaturen:
| Bewegung | Funktion |
|---|---|
| Gegen den Uhrzeigersinn | Wasser aufdrehen |
| Im Uhrzeigersinn | Wasser zudrehen |
| Hebel nach oben | Einhebelmischer öffnen |
| Hebel nach unten | Einhebelmischer schließen |
| Hebel nach links | Wasser wird wärmer |
| Hebel nach rechts | Wasser wird kälter |
Bei älteren, beschädigten oder ungewöhnlich montierten Armaturen können Abweichungen vorkommen. Bewegen Sie den Griff deshalb zunächst langsam und ohne Kraft.
Anleitung nach Armaturen-Typ: Welchen Wasserhahn haben Sie?
Die Bedienung hängt davon ab, welcher Armaturentyp vor Ihnen steht. In Küchen und Badezimmern sind vor allem Einhebelmischer und Zweigriffarmaturen verbreitet.
Einhebelmischer richtig bedienen
Ein Einhebelmischer besitzt nur einen Hebel. Mit diesem Hebel werden gleichzeitig die Wassermenge und die Temperatur eingestellt.
Wasser aufdrehen
Heben Sie den Hebel langsam nach oben. Je weiter Sie ihn anheben, desto stärker fließt das Wasser.
Bei manchen Modellen lässt sich der Hebel nur ein kurzes Stück bewegen. Das ist normal und kein Hinweis auf einen Defekt.
Wasser zudrehen
Drücken Sie den Hebel vollständig nach unten. Sobald kein Wasser mehr aus dem Auslauf kommt, ist die Armatur geschlossen.
Drücken Sie den Hebel nicht zusätzlich mit Kraft nach unten. Die Kartusche im Inneren dichtet bereits in der vorgesehenen Endposition ab.
Temperatur einstellen
Bewegen Sie den angehobenen Hebel seitlich:
- nach links für wärmeres Wasser
- nach rechts für kälteres Wasser
- in die Mitte für eine Mischung aus warmem und kaltem Wasser
Beginnen Sie möglichst in einer mittleren oder kalten Position. So vermeiden Sie, dass plötzlich sehr heißes Wasser austritt.
Vorsicht: Besonders bei Durchlauferhitzern, Boilern oder älteren Installationen kann das Wasser schnell sehr heiß werden. Prüfen Sie die Temperatur zunächst vorsichtig mit der Hand.
Zweigriffarmatur richtig auf- und zudrehen
Eine Zweigriffarmatur besitzt zwei getrennte Griffe oder Ventile. Ein Griff steuert das warme, der andere das kalte Wasser.
Üblicherweise gilt:
- linker Griff: Warmwasser
- rechter Griff: Kaltwasser
- rote Markierung: warm
- blaue Markierung: kalt
Wasser aufdrehen
Drehen Sie den gewünschten Griff langsam gegen den Uhrzeigersinn. Öffnen Sie bei Bedarf anschließend den zweiten Griff, um die Temperatur zu mischen.
Möchten Sie lauwarmes Wasser, öffnen Sie zunächst das Kaltwasser. Geben Sie anschließend schrittweise Warmwasser hinzu.
Wasser zudrehen
Drehen Sie beide Griffe im Uhrzeigersinn, bis das Wasser aufhört zu fließen. Ein leichter Widerstand reicht aus.
Das Ventil sollte nicht mit Kraft angezogen werden. Übermäßiger Druck belastet Dichtungen und Ventiloberteile und kann dazu führen, dass die Armatur später tropft.
Wasserhahn mit Kreuzgriffen bedienen
Kreuzgriffe funktionieren grundsätzlich wie andere Drehgriffe. Drehen Sie den Griff gegen den Uhrzeigersinn, um das Wasser zu öffnen. Im Uhrzeigersinn wird er geschlossen.
Bei sehr alten Kreuzgriffen kann bereits eine Viertel- oder halbe Umdrehung ausreichen. Andere Modelle benötigen mehrere vollständige Umdrehungen.
Geht der Griff schwer, verwenden Sie keine Zange. Dadurch können die Oberfläche und die Mechanik beschädigt werden.
Sensorarmatur bedienen
Eine Sensorarmatur besitzt meistens keinen klassischen Griff. Ein Sensor erkennt, wenn sich Hände oder Gegenstände unter dem Auslauf befinden.
So bedienen Sie die Armatur:
- Halten Sie Ihre Hände unter den Wasserhahn.
- Warten Sie einen kurzen Moment, bis der Sensor reagiert.
- Nehmen Sie Ihre Hände wieder aus dem Erfassungsbereich.
- Das Wasser stoppt normalerweise automatisch.
Reagiert der Wasserhahn nicht, bewegen Sie die Hände etwas näher an den Sensor. Dieser befindet sich häufig an der Vorderseite oder Unterseite des Auslaufs.
Bleibt das Wasser aus, können eine leere Batterie, eine unterbrochene Stromversorgung, ein verschmutzter Sensor oder ein geschlossenes Eckventil die Ursache sein.
Thermostatarmatur richtig einstellen
Thermostatarmaturen kommen überwiegend in Duschen und Badewannen zum Einsatz. Sie besitzen häufig zwei getrennte Regler:
- einen Regler für die Wassermenge
- einen Regler für die Temperatur
Stellen Sie zuerst eine niedrige oder mittlere Temperatur ein. Öffnen Sie danach den Wasserfluss.
Viele Modelle haben bei etwa 38 Grad Celsius eine Sicherheitssperre. Für höhere Temperaturen muss eine Taste gedrückt werden. Diese Sperre soll unbeabsichtigtes Verbrühen verhindern.
Bei bestimmten Thermostatarmaturen steuert ein Regler zusätzlich, ob das Wasser aus der Handbrause, Kopfbrause oder dem Wanneneinlauf kommt. Die genaue Belegung kann je nach Modell abweichen.
Wandarmatur und Unterputzarmatur bedienen
Ob eine Armatur auf dem Waschbecken oder direkt an der Wand montiert ist, verändert die grundsätzliche Bedienung nicht. Entscheidend ist die Art des Bedienelements.
Eine Wandarmatur kann als Einhebelmischer, Zweigriffarmatur oder Thermostat ausgeführt sein. Heben Sie einen einzelnen Hebel zum Öffnen an oder drehen Sie klassische Griffe gegen den Uhrzeigersinn.
Unterputzarmaturen besitzen häufig zusätzliche Tasten oder Umschalter. Diese steuern beispielsweise Handbrause, Kopfbrause oder Wanneneinlauf. Bei Unsicherheit helfen die Symbole auf den Bedienelementen oder die Anleitung des Herstellers.
Wasserhahn richtig schließen: Wie fest ist fest genug?
Ein Wasserhahn muss nicht mit möglichst großer Kraft zugedreht werden. Er ist geschlossen, sobald kein Wasser mehr fließt.
Bei einem Einhebelmischer wird der Hebel lediglich bis zur vorgesehenen unteren Endposition bewegt. Bei einer Zweigriffarmatur drehen Sie die Griffe, bis ein leichter Widerstand spürbar ist.
Zu festes Zudrehen kann:
- Dichtungen verformen
- Ventiloberteile belasten
- Griffe und Gewinde beschädigen
- die spätere Bedienung erschweren
- Undichtigkeiten begünstigen
Ein tropfender Wasserhahn lässt sich normalerweise nicht dauerhaft reparieren, indem man ihn immer fester zudreht. Meist liegt bereits eine verschmutzte, verkalkte oder verschlissene Komponente vor.
Soforthilfe bei Problemen mit dem Wasserhahn
Viele Probleme lassen sich bereits durch eine einfache Kontrolle eingrenzen. Bevor Sie eine Armatur zerlegen, sollten Sie feststellen, an welcher Stelle das Problem auftritt.
| Problem | Mögliche Ursache | Schnelle Kontrolle |
| Wasserhahn tropft aus dem Auslauf | Luftsprudler verschmutzt, Dichtung oder Kartusche defekt | Perlator reinigen und Tropfverhalten beobachten |
| Hebel geht schwer | Kalk, Schmutz oder verschlissene Kartusche | Hebel vorsichtig bewegen, nicht mit Gewalt arbeiten |
| Es kommt nur kaltes Wasser | Warmwasserzufuhr oder Eckventil geschlossen | Warmwasser an anderen Zapfstellen prüfen |
| Es kommt nur heißes Wasser | Kaltwasserzufuhr gestört | Kaltwasser an anderen Zapfstellen prüfen |
| Wasserstrahl ist schwach | Perlator verkalkt oder Eckventil teilweise geschlossen | Perlator abschrauben und reinigen |
| Wasser spritzt seitlich | Luftsprudler verschmutzt oder beschädigt | Perlator reinigen oder ersetzen |
| Sensorarmatur reagiert nicht | Batterie leer, Sensor verschmutzt, Stromversorgung unterbrochen | Sensor säubern und Energieversorgung prüfen |
| Wasser tritt am Griff aus | Dichtung, Ventiloberteil oder Kartusche undicht | Wasserzufuhr schließen und Bauteil prüfen lassen |
Der Wasserhahn tropft, obwohl er geschlossen ist
Ein kurzes Nachtropfen unmittelbar nach dem Schließen muss nicht immer auf einen Defekt hinweisen. Im Auslauf kann noch etwas Restwasser stehen. Hört das Tropfen nach wenigen Sekunden auf, besteht meistens kein Handlungsbedarf.
Tropft die Armatur dauerhaft weiter, kommen mehrere Ursachen infrage:
- verschmutzter oder verkalkter Luftsprudler
- verschlissene Dichtung
- defekte Keramikkartusche
- beschädigtes Ventiloberteil
- Schmutzpartikel in der Armatur
Hansgrohe empfiehlt bei leichtem Nachtropfen zunächst, den Luftsprudler zu entfernen und zu reinigen. Besteht das Problem weiterhin, kann die Kartusche beziehungsweise die Absperreinheit defekt sein.
Luftsprudler reinigen
Der Luftsprudler wird auch Perlator oder Strahlregler genannt. Er sitzt am Ende des Auslaufs und formt den Wasserstrahl.
Gehen Sie folgendermaßen vor:
- Verschließen Sie den Abfluss, damit keine Kleinteile verloren gehen.
- Schrauben Sie den Luftsprudler vorsichtig ab.
- Verwenden Sie bei Bedarf einen passenden Schlüssel und legen Sie ein Tuch zwischen Werkzeug und Oberfläche.
- Zerlegen Sie den Einsatz nur so weit, wie Sie ihn später wieder zusammensetzen können.
- Spülen Sie Schmutz und lose Kalkreste ab.
- Entkalken Sie den Einsatz bei Bedarf nach Herstellerangabe.
- Setzen Sie alle Teile in der ursprünglichen Reihenfolge wieder ein.
- Schrauben Sie den Luftsprudler handfest an.
Für stärkere Kalkablagerungen empfiehlt Hansgrohe eine schonende Reinigung mit Zitronensäure. Reinigungsmittel sollten zuerst auf ein Tuch und nicht direkt auf die Armatur gesprüht werden.
Tropft der Wasserhahn anschließend weiterhin, liegt die Ursache wahrscheinlich tiefer in der Armatur.
Der Hebel oder Griff geht sehr schwer
Ein schwergängiger Hebel kann durch Kalkablagerungen, Schmutz oder eine verschlissene Kartusche verursacht werden. Auch eine lange nicht benutzte Armatur kann zunächst schwergängig sein.
Bewegen Sie den Hebel langsam und vorsichtig innerhalb seines normalen Bewegungsbereichs. Wenden Sie keine ruckartige Kraft an und verwenden Sie keine Verlängerung.
Vermeiden Sie außerdem:
- Zangen direkt auf verchromten Oberflächen
- Kriechöl oder Maschinenöl an Trinkwasserarmaturen
- Schläge gegen Hebel oder Griff
- aggressiven Kalkreiniger in Spalten und Öffnungen
- eigenmächtiges Zerlegen bei unbekannten Spezialarmaturen
Bleibt die Armatur schwergängig, muss häufig die Kartusche beziehungsweise das Ventiloberteil gereinigt oder ausgetauscht werden. Schließen Sie dafür zuvor die Wasserzufuhr an den Eckventilen.
Es kommt nur heißes oder nur kaltes Wasser
Kontrollieren Sie zuerst, ob das Problem nur an diesem Wasserhahn oder in der gesamten Wohnung auftritt.
Prüfen Sie:
- Funktioniert warmes und kaltes Wasser an einer anderen Armatur?
- Sind beide Eckventile unter dem Waschbecken geöffnet?
- Wurde kürzlich an der Wasserinstallation gearbeitet?
- Ist ein Boiler oder Durchlauferhitzer eingeschaltet?
- Tritt das Problem nur bei einer bestimmten Hebelstellung auf?
Funktioniert eine Wasserart an anderen Zapfstellen, liegt das Problem wahrscheinlich an der betroffenen Armatur, dem Anschlussschlauch oder dem zugehörigen Eckventil.
Bei einem Einhebelmischer kann eine beschädigte Kartusche verhindern, dass warmes und kaltes Wasser richtig gemischt werden. Bei einer Zweigriffarmatur kann das betreffende Ventiloberteil blockiert oder defekt sein.
Der Wasserstrahl ist zu schwach
Kommt nur wenig Wasser aus der Armatur, ist häufig der Perlator verkalkt. Schrauben Sie ihn ab und prüfen Sie den Wasserfluss kurz ohne Strahlregler.
Ist der Druck ohne Perlator deutlich stärker, muss dieser gereinigt oder ersetzt werden.
Bleibt der Wasserdruck schwach, prüfen Sie:
- ob das Eckventil vollständig geöffnet ist
- ob ein Anschlussschlauch geknickt ist
- ob der Druck an anderen Wasserhähnen ebenfalls niedrig ist
- ob nur warmes oder nur kaltes Wasser betroffen ist
Ist der Druck in der gesamten Wohnung plötzlich gesunken, kann eine Störung der Hausinstallation oder Wasserversorgung vorliegen.
Der Wasserhahn lässt sich nicht vollständig schließen
Lässt sich ein Drehgriff immer weiter drehen oder erreicht keinen klaren Anschlag, kann das Gewinde, das Ventiloberteil oder der Griff beschädigt sein.
Drücken oder drehen Sie nicht mit Gewalt weiter. Schließen Sie bei starkem Wasserfluss die Eckventile unter dem Waschbecken.
Lässt sich das Wasser dort ebenfalls nicht schließen, muss gegebenenfalls der Hauptabsperrhahn betätigt werden. Bei austretendem Wasser oder einer nicht kontrollierbaren Undichtigkeit sollte ein Sanitärbetrieb gerufen werden.
Eckventil unter dem Waschbecken auf- und zudrehen
Die Eckventile unter dem Waschbecken oder der Spüle unterbrechen die Wasserzufuhr zur Armatur. Meist gibt es ein Ventil für kaltes und eines für warmes Wasser.
Auch hier gilt normalerweise:
- gegen den Uhrzeigersinn öffnen
- im Uhrzeigersinn schließen
Drehen Sie das Eckventil langsam. Bei alten oder stark verkalkten Ventilen kann eine Bewegung Undichtigkeiten auslösen.
Vor einer Reparatur schließen Sie beide Eckventile. Öffnen Sie anschließend kurz den Wasserhahn, damit der verbleibende Druck entweicht. Stellen Sie zusätzlich eine Schüssel oder ein Handtuch unter die Anschlüsse.
Lässt sich ein Eckventil nicht bewegen, sollte es nicht mit Gewalt betätigt werden. Ein beschädigtes Ventil kann plötzlich undicht werden.
Wie funktioniert ein Einhebelmischer?
Im Inneren eines Einhebelmischers sitzt in der Regel eine Kartusche. Diese enthält häufig aufeinanderliegende Keramikscheiben mit genau angeordneten Öffnungen.
Durch das Anheben des Hebels werden die Durchflussöffnungen freigegeben. Die seitliche Bewegung bestimmt, wie viel warmes und kaltes Wasser in die Mischkammer gelangt.
Der Hebel übernimmt deshalb zwei Aufgaben:
- Höhe des Hebels: Wassermenge
- seitliche Position: Wassertemperatur
Sind die Keramikflächen beschädigt oder durch Ablagerungen beeinträchtigt, kann die Armatur tropfen, schwergängig werden oder die Temperatur nicht mehr zuverlässig regeln.
Kartuschen sind nicht universell. Für einen Austausch werden Hersteller, Modell und häufig auch das Baujahr der Armatur benötigt. Hersteller stellen dafür Ersatzteilkataloge und modellspezifische Anleitungen bereit. Hansgrohe bietet beispielsweise eine Ersatzteilsuche für Armaturen und andere Sanitärprodukte an.
Wie funktioniert eine Zweigriffarmatur?
Bei einer Zweigriffarmatur besitzt jede Wasserleitung ein eigenes Ventil. Ein Ventil steuert das Kaltwasser, das andere das Warmwasser.
Durch das Drehen des Griffs wird das Ventil geöffnet oder geschlossen. Je nach Bauart arbeitet es mit einer klassischen Gummidichtung oder mit keramischen Dichtscheiben.
Ältere Ventile benötigen häufig mehrere Umdrehungen. Moderne keramische Ventiloberteile öffnen manchmal bereits mit einer Viertel- oder halben Umdrehung.
Tropft eine Zweigriffarmatur, kann häufig das Ventiloberteil oder eine darin sitzende Dichtung ausgetauscht werden. Das passende Ersatzteil hängt von Hersteller und Armaturenmodell ab.
Was Sie bei einem Wasserhahn nicht tun sollten
Nicht mit Gewalt zudrehen
Mehr Kraft verbessert die Abdichtung nicht. Sie belastet stattdessen Dichtungen, Gewinde und Ventiloberteile.
Keine Zange direkt am Griff ansetzen
Eine Zange kann Chrom, Lack oder andere Oberflächen zerkratzen. Zudem besteht die Gefahr, dass der Griff oder die darunterliegende Mechanik bricht.
Keine aggressiven Reiniger verwenden
Scheuermittel, Chlorreiniger, starke Säuren und harte Schwämme können die Oberfläche dauerhaft beschädigen. Beachten Sie immer die Pflegehinweise des Herstellers.
Den Hebel nicht als Ablage benutzen
Hängen Sie keine schweren Gegenstände, Behälter oder Tücher an den Armaturenhebel. Dadurch kann die Mechanik unnötig belastet werden.
Keine Reparatur unter Wasserdruck beginnen
Vor dem Ausbau einer Kartusche, eines Ventiloberteils oder eines Anschlussschlauchs müssen die Eckventile geschlossen werden. Öffnen Sie danach den Wasserhahn kurz, um den Restdruck abzulassen.
Mit der richtigen Bedienung Wasser sparen
Für viele Tätigkeiten muss der Wasserhahn nicht vollständig geöffnet werden. Zum Händewaschen, Abspülen kleiner Gegenstände oder Befüllen eines Bechers reicht häufig ein mittlerer Wasserstrahl.
Zusätzlich können wassersparende Strahlregler oder Armaturen den Durchfluss begrenzen. Ein geringerer Warmwasserverbrauch spart nicht nur Wasser, sondern auch die Energie, die zur Erwärmung benötigt wird.
Praktische Spartipps:
- Wasser während des Einseifens abstellen
- Hebel nicht unnötig bis zum Anschlag öffnen
- bei kurzen Zapfvorgängen kaltes Wasser verwenden
- tropfende Armaturen zeitnah reparieren
- verkalkte Perlatoren reinigen
- Durchflussbegrenzer passend zum Verwendungszweck einsetzen
Bei Einhebelmischern empfiehlt es sich, den Hebel nach der Benutzung in eine kalte oder mittlere Position zu stellen. So wird beim nächsten kurzen Öffnen nicht unnötig Warmwasser angefordert.
Wann sollte ein Fachbetrieb gerufen werden?
Die normale Bedienung und die Reinigung des Perlators können die meisten Nutzer selbst übernehmen. Bei Arbeiten an der Wasserinstallation ist jedoch Vorsicht erforderlich.
Ein Sanitärbetrieb sollte hinzugezogen werden, wenn:
- Wasser unter dem Waschbecken austritt
- die Armatur am Sockel undicht ist
- ein Eckventil tropft oder sich nicht schließen lässt
- die Wasserzufuhr nicht zuverlässig abgesperrt werden kann
- eine Unterputzarmatur undicht ist
- die Ursache eines starken Druckverlusts unklar bleibt
- heißes Wasser unkontrolliert austritt
- Anschlussschläuche beschädigt oder korrodiert sind
- die Armatur nach dem Kartuschenwechsel weiterhin tropft
Bei einem akuten Wasseraustritt schließen Sie nach Möglichkeit die Eckventile oder den Hauptwasserhahn. Entfernen Sie außerdem elektrische Geräte aus dem betroffenen Bereich.
Häufig gestellte Fragen
In welche Richtung dreht man einen Wasserhahn zu?
Einen Wasserhahn mit Drehgriff dreht man normalerweise im Uhrzeigersinn zu. Ein Einhebelmischer wird geschlossen, indem der Hebel vollständig nach unten gedrückt wird. Als Merkregel gilt: Mit der Uhr zu, gegen die Uhr auf.
Wie dreht man einen Wasserhahn auf?
Klassische Drehgriffe werden meist gegen den Uhrzeigersinn geöffnet. Bei einem Einhebelmischer heben Sie den Hebel nach oben. Öffnen Sie die Armatur zunächst langsam, damit Wasserstrahl und Temperatur kontrollierbar bleiben.
Welcher Griff ist für warmes Wasser?
Bei einer üblichen Zweigriffarmatur befindet sich das Warmwasser links. Der linke Griff ist häufig rot, der rechte Kaltwassergriff blau markiert. Bei vertauschten Leitungen oder ungewöhnlichen Installationen kann die tatsächliche Belegung abweichen.
Ist links beim Wasserhahn immer warm?
Links ist bei üblichen Installationen die Warmwasserseite. Dennoch sollte man sich nicht ausschließlich auf diese Regel verlassen. Prüfen Sie die Temperatur bei einem unbekannten Wasserhahn zunächst vorsichtig.
Warum tropft der Wasserhahn trotz Zudrehen?
Dauerhaftes Tropfen entsteht häufig durch Schmutz, Kalk, eine verschlissene Dichtung oder eine defekte Kartusche. Reinigen Sie zuerst den Luftsprudler und beobachten Sie, ob das Problem bestehen bleibt. Lässt sich das Tropfen dadurch nicht beheben, muss wahrscheinlich ein Bauteil im Inneren ersetzt werden.
Muss man einen Wasserhahn ganz fest zudrehen?
Nein. Die Armatur ist geschlossen, sobald kein Wasser mehr fließt. Zu festes Zudrehen belastet Dichtungen und Ventile und kann deren Verschleiß beschleunigen.
Was tun, wenn der Wasserhahn-Hebel schwer geht?
Bewegen Sie den Hebel vorsichtig innerhalb seines normalen Bewegungsbereichs. Verwenden Sie weder Gewalt noch eine Zange. Bleibt der Hebel schwergängig, kann die Kartusche verkalkt oder verschlissen sein und muss möglicherweise ausgetauscht werden.
Warum kommt aus dem Wasserhahn nur kaltes Wasser?
Prüfen Sie zuerst, ob an anderen Zapfstellen warmes Wasser verfügbar ist. Kontrollieren Sie anschließend das Warmwasser-Eckventil und gegebenenfalls Boiler oder Durchlauferhitzer. Funktioniert die Warmwasserversorgung grundsätzlich, kann ein Defekt an Kartusche, Ventil oder Anschlussschlauch vorliegen.
Wie schließt man das Wasser unter dem Waschbecken ab?
Drehen Sie beide Eckventile unter dem Waschbecken langsam im Uhrzeigersinn zu. Öffnen Sie danach den Wasserhahn, um den verbleibenden Druck abzulassen. Lassen sich die Ventile nicht bewegen oder werden sie undicht, sollten Sie keine Gewalt anwenden.
Ist kurzes Nachtropfen normal?
Einige Tropfen unmittelbar nach dem Schließen können Restwasser aus dem Auslauf sein. Hört das Tropfen nach wenigen Sekunden auf, ist die Armatur meistens nicht defekt. Dauerhaftes oder regelmäßiges Nachtropfen sollte dagegen überprüft werden.
Fazit: Wasserhähne langsam und ohne Kraft bedienen
Die meisten Wasserhähne folgen einer einfachen Logik: Einhebelmischer werden durch Anheben geöffnet und durch Absenken geschlossen. Klassische Drehgriffe öffnen sich meist gegen den Uhrzeigersinn und schließen sich im Uhrzeigersinn. Warmwasser befindet sich üblicherweise links, Kaltwasser rechts.
Bewegen Sie unbekannte, alte oder schwergängige Armaturen immer langsam. Ein Wasserhahn muss nur so weit geschlossen werden, bis kein Wasser mehr fließt. Starkes Nachziehen schützt nicht vor Tropfen, sondern kann Dichtungen und Ventile zusätzlich belasten.
Tropft die Armatur dauerhaft, geht der Hebel schwer oder lässt sich die Temperatur nicht mehr regeln, sollten zunächst Perlator, Wasserzufuhr und Eckventile kontrolliert werden. Für Arbeiten an Kartusche, Ventiloberteil oder Unterputzarmatur ist bei fehlender Erfahrung ein Sanitärfachbetrieb die sicherere Wahl.
