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Aluminium oder Holz: Fenstermaterialien im technischen Vergleich

Aluminium und Holz lösen dieselbe bauliche Aufgabe, nämlich Wärmedämmung, Sicherheit und eine passende Optik, aber mit grundsätzlich unterschiedlichen Mitteln. Für die Beratung im Betrieb lohnt sich deshalb ein Blick auf die konkreten technischen Unterschiede, nicht nur auf Geschmacksfragen.

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Aluminium: hohe Stabilität bei großen Konstruktionen und geringer Pflegeaufwand

Bei Systemen für beheizte Gebäude sorgt eine thermische Trennung im Profil dafür, dass der Wärmestrom durch den Rahmen reduziert wird. Konkrete Beispiele aus dem Aluprof-Programm zeigen die Bandbreite: MB-79N erreicht bei Referenzkonstruktionen Uw-Werte ab etwa 0,64 W/m²K, MB-86N ab etwa 0,62 W/m²K, und das für den Passivhausbau konzipierte MB-104 Passive kommt auf Werte ab etwa 0,53 W/m²K.

Je nach System und konkreter Fensterkonfiguration sind damit Uw-Werte deutlich unter der technischen BEG-EM-Anforderung von Uw ≤ 0,95 W/m²K möglich. Die von den Systemgebern genannten Bestwerte beziehen sich allerdings auf definierte Referenzkonstruktionen und Verglasungen. Ein Fenster mit anderen Abmessungen oder Glaspaketen kann davon abweichen.

Auch beim Einbruchschutz sind höhere Klassen erreichbar: MB-79N und MB-104 Passive lassen sich bis zur Widerstandsklasse RC3 konfigurieren, wobei sich die Klasse immer auf das gesamte geprüfte Fensterelement bezieht, nicht auf das Profil allein. Für leicht zugängliche Fenster und Balkontüren empfiehlt die deutsche Polizei bei Neu- und Umbauten mindestens geprüfte Konstruktionen der Klasse RC2 nach DIN EN 1627.

Aluminium bildet von Natur aus eine Oxidschicht, die Korrosion hemmt. Zusätzlich schützen die Hersteller die Profile durch Pulverbeschichtung oder Eloxierung, bei Bedarf auch mit besonders widerstandsfähigen Varianten wie QUALICOAT SEASIDE. Ein regelmäßiger Neuanstrich wie bei Holz entfällt dadurch. Dichtungen und Beschläge sollten dennoch regelmäßig kontrolliert werden.

Die hohe Steifigkeit des Materials erleichtert großformatige, stabile Konstruktionen. Deshalb kommt Aluminium häufig dort zum Einsatz, wo große Festverglasungen oder umfangreiche Fensterkombinationen gefragt sind.

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Auch preislich unterscheiden sich solche Konstruktionen je nach Größe und Öffnungsart deutlich. Eine Festverglasung im System MB-79N mit 1200 × 1200 mm liegt im aktuellen Angebot beispielsweise bei etwa 402 Euro, ein Dreh-Kipp-Fenster mit 1000 × 1200 mm bei etwa 670 Euro. Entsprechende Systeme, auch von Aluprof, Aluron, Aliplast und Reynaers, finden sich unter Alufenster.

Holz: natürliche Oberfläche und mehr Pflegeaufwand

Bei Holzfenstern unterscheiden sich die drei gängigen Holzarten deutlich mehr als nur in der Farbe. Kiefer ist die günstigste und leichteste Option, vergleichsweise weich und mit ausgeprägter Maserung. Eiche ist dichter und härter und wird gewählt, wo eine markante Holzstruktur und eine wertigere, traditionelle Optik gefragt sind. Meranti, ein exotisches Holz, wird für seine guten Verarbeitungseigenschaften und Formstabilität geschätzt, wobei die Materialqualität je nach Herkunft des Rohstoffs variieren kann.

Entscheidend für die Formstabilität ist nicht nur die Holzart, sondern vor allem auch die Verarbeitung. Ein aus drei oder vier Schichten verleimter Rahmen reduziert die natürliche Neigung des Materials, sich unter Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen zu verziehen, deutlich stärker als Massivholz.

Die Profiltiefen liegen meist zwischen 68 und 92 mm. Bei den energieeffizientesten verfügbaren Konfigurationen sind Uw-Werte von etwa 0,77 bis 0,81 W/m²K möglich. Damit können auch Holzfenster die technische BEG-EM-Anforderung von Uw ≤ 0,95 W/m²K erfüllen.

Ein einfacheres Holzfenster kann dagegen einen deutlich höheren Uw-Wert erreichen. Entscheidend sind auch hier die konkrete Rahmenkonstruktion, Verglasung, Abmessungen und Ausstattung. Das Rahmenmaterial allein bestimmt also weder bei Holz noch bei Aluminium den Uw-Wert des fertigen Fensters.

Beim Einbruchschutz sind Ausführungen in RC1 und RC2 erhältlich. Anders als bei Aluminium benötigt die Holzoberfläche jedoch eine regelmäßige Kontrolle. Eine Erneuerung der Schutzbeschichtung kann je nach Sonnen- und Regenexposition nach einigen Jahren notwendig werden.

Wer die natürliche Optik von innen erhalten, aber die Außenseite zusätzlich schützen möchte, kann auf Holz-Aluminium-Fenster ausweichen. Dabei übernehmen Aluminiumvorsatzschalen den zusätzlichen Witterungsschutz auf der Außenseite. Entsprechende Ausführungen sind unter Holzfenster aus Polen zu finden.

Beide Materialien im direkten Vergleich

Kriterium Aluminium Holz
Wärmedämmung Sehr niedrige Uw-Werte möglich, abhängig von System und Konfiguration Ebenfalls Uw-Werte unter 0,95 W/m²K möglich, abhängig von Konstruktion und Verglasung
Formstabilität Hohe Steifigkeit, gut für große Konstruktionen Mehrschichtverleimung erhöht die Formstabilität
Einbruchschutz Je nach geprüftem System bis RC3 möglich Je nach geprüftem Fensterelement z. B. RC1 oder RC2
Oberfläche Kein regelmäßiger Neuanstrich notwendig Oberfläche regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf erneuern
Gestaltung Schlanke Profile und große Glasflächen möglich Natürliche Maserung, gut für traditionelle Architektur
Holz-Alu möglich – Holz innen, Aluminiumvorsatzschale außen

Welches Material für welchen Auftrag?

Am Ende hängt die Wahl weniger von einer allgemeinen Rangfolge der Materialien ab als vom konkreten Bauvorhaben.

Aluminium spielt seine Stärken vor allem bei großen, schlanken Konstruktionen und geringem Pflegeaufwand aus. Holz bietet eine natürliche Oberfläche und passt besonders gut zu Gebäuden, bei denen Materialwirkung und traditionelle Architektur eine wichtige Rolle spielen.

Wer beides verbinden möchte, kann Holz-Aluminium-Konstruktionen in Betracht ziehen.

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